Geschmortes Rind mit Garlic Mash, glasierten Karotten und Champignons
SLOW · COZY · COMFORT FOOD
Geschmortes Rind mit Garlic Mash, glasierten Karotten & Champignons
Butterzart geschmortes Rind, cremiges Knoblauchpüree, glänzende Karotten & goldbraune Champignons.
Eines meiner absoluten Lieblingsrezepte – und wahrscheinlich eines der Gerichte, bei denen ich am liebsten einfach den ganzen Tag in der Küche verbringe.
Ich liebe Gerichte, die lange schmoren. Nicht, weil ich stundenlang am Herd stehen möchte, sondern gerade weil danach alles ein bisschen langsamer wird. Man setzt den Schmortopf auf, der Ofen übernimmt und plötzlich hat man einen ganzen freien Tag vor sich.
Vielleicht schenkt man sich ein oder zwei Gläser Wein ein, sucht sich einen guten Film oder eine gute Serie aus, zieht die kuscheligsten Socken an und macht es sich einfach gemütlich. Vielleicht noch eine Gesichtsmaske dazu – warum eigentlich nicht?
Während das Fleisch langsam schmort und die ganze Küche nach Rotwein, Kräutern und Röstaromen duftet, muss man für ein paar Stunden einfach nirgendwohin. Genau solche Tage liebe ich. Ein bisschen kochen, ein bisschen genießen und dazwischen einfach mal nichts müssen.
A SLOW SUNDAY
Genau dafür ist dieses Rezept gemacht.
Das Rind darf stundenlang im Ofen schmoren, bis es so zart ist, dass es fast auseinanderfällt. Du musst eigentlich nur zwischendurch einmal nach dem Fleisch schauen und kannst den Rest des Tages ganz entspannt verbringen.
Beim Fleisch funktioniert klassisches Gulaschfleisch wunderbar. Durch die lange Schmorzeit wird es unglaublich zart und aromatisch. Wenn du es etwas edler möchtest, kannst du stattdessen Rinderbäckchen verwenden – sie werden beim langsamen Schmoren butterweich und machen das Gericht noch ein bisschen besonderer.
Dazu kommen cremiges Garlic Mash, süßlich glasierte Karotten und separat gebratene Champignons. Und natürlich eine dunkle, samtige Sauce, bei der ich definitiv nicht sparen würde.
COMFORT FOOD
Warum ich dieses Gericht liebe
Hier kommt eigentlich alles zusammen, was ich an einem richtig guten Schmorgericht liebe: kräftige Röstaromen, eine dunkle und intensive Sauce, butterzartes Fleisch und dazu etwas Süße von den glasierten Karotten.
Besonders wichtig finde ich, die Champignons separat anzubraten. So bekommen sie diese richtig schönen gebräunten Stellen und bleiben aromatisch, statt im Schmortopf weich und wässrig zu werden.
Und dann ist da noch das Garlic Mash. Der geröstete Knoblauch wird im Ofen ganz weich und leicht süßlich und macht aus einem einfachen Kartoffelpüree etwas ganz Besonderes.
DAS REZEPT
Geschmortes Rind
Zutaten
- ca. 800 g Gulaschfleisch vom Rind
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- Olivenöl
- 2 grob geschnittene Zwiebeln
- 2 grob geschnittene Karotten
- 3–4 Knoblauchzehen
- 2 EL Tomatenmark
- 250 ml Rotwein
- 500 ml Rinderfond
- 1 TL Dijon-Senf
- 2 Lorbeerblätter
- 3–4 Zweige Thymian
- 1–2 Zweige Rosmarin
- 1–2 kleine Würfel kalte Butter
Garlic Mash
- 1 ganze Knoblauchknolle
- etwas Olivenöl
- ca. 1 kg mehligkochende Kartoffeln
- ca. 100 g Butter
- 150–200 ml Milch
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- etwas Muskat
Glasierte Karotten
- 500–600 g Karotten
- 30 g Butter
- 1 EL Honig
- 1 TL Dijon-Senf
- 2–3 EL Rinderfond oder Wasser
- etwas Thymian
- Salz
- Pfeffer
Champignons
- Champignons
- etwas Olivenöl
- 1 EL Butter
- 1 kleine Knoblauchzehe
- etwas Thymian
- Salz
- schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Ofen vorheizen: 150 °C Ober-/Unterhitze. Nimm einen schweren Bräter mit Deckel.
- Fleisch vorbereiten: Dein Rindfleisch großzügig mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen. Wenn es ein großer Braten ist, lass ihn ruhig am Stück.
- Fleisch richtig scharf anbraten: Bräter auf den Herd stellen und ordentlich heiß werden lassen. Etwas Olivenöl hineingeben. Das Fleisch von allen Seiten kräftig anbraten – wirklich dunkelbraun. Pro Seite ungefähr 2–3 Minuten. Nicht ständig herumdrehen. Wir wollen eine richtige Kruste. Fleisch herausnehmen und auf einen Teller legen.
- Das Gemüse für die Sauce: In denselben Bräter 2 grob geschnittene Zwiebeln und 2 grob geschnittene Karotten geben. Bei ordentlich Hitze 5–7 Minuten anrösten. Dann 3–4 Knoblauchzehen und 2 EL Tomatenmark dazu. Das Tomatenmark 2–3 Minuten mitrösten, bis es dunkler wird.
- Ablöschen: Jetzt mit etwa 250 ml Rotwein ablöschen. Mit einem Kochlöffel den ganzen Bratensatz vom Boden lösen. Den Wein 3–5 Minuten einkochen lassen.
- Rind zurück in den Bräter: Jetzt 500 ml Rinderfond, 1 TL Dijon-Senf, 2 Lorbeerblätter, 3–4 Zweige Thymian und 1–2 Zweige Rosmarin hineingeben. Das Fleisch zurücklegen. Die Flüssigkeit sollte ungefähr bis zur Hälfte des Fleisches reichen – es muss nicht komplett bedeckt sein.
- Ab in den Ofen: Deckel drauf. Bei 150 °C ca. 3–3½ Stunden schmoren. Nach ungefähr 2 Stunden einmal kontrollieren und das Fleisch wenden. Fertig ist es, wenn du mit einer Gabel ohne Widerstand hineinstechen kannst und das Fleisch fast auseinanderfällt.
- Knoblauch rösten: Nimm eine ganze Knoblauchknolle. Oben einen kleinen Teil abschneiden, sodass die Zehen angeschnitten sind. Mit etwas Olivenöl beträufeln und in Alufolie wickeln. Bei 180 °C ca. 40–50 Minuten rösten. Du kannst ihn während des Schmortopfs in den Ofen geben – bei 150 °C braucht er einfach etwas länger. Oder separat bei 180 °C starten und danach den Ofen auf 150 °C reduzieren. Fertig ist er, wenn die Zehen butterweich sind.
- Kartoffeln kochen: Etwa 1 kg mehligkochende Kartoffeln schälen und gleichmäßig würfeln. In einen Topf mit kaltem, gut gesalzenem Wasser geben. Aufkochen und etwa 15–20 Minuten kochen. Sie müssen komplett weich sein.
- Butter-Milch vorbereiten: Während die Kartoffeln kochen, ca. 100 g Butter und 150–200 ml Milch in einem kleinen Topf langsam erwärmen. Nicht kochen lassen.
- Kartoffelpüree machen: Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Dann durch eine Kartoffelpresse drücken. Den gerösteten Knoblauch aus seiner Schale drücken und zu den Kartoffeln geben. Jetzt die warme Butter-Milch nach und nach unterheben. Mit Salz, schwarzem Pfeffer und etwas Muskat abschmecken. Keinen Mixer und keinen Pürierstab verwenden. Sonst wird das Püree klebrig.
- Karotten vorbereiten: Ich würde sie erst kurz vor dem Servieren machen. 500–600 g Karotten schälen. Je nach Größe längs halbieren oder vierteln.
- Karotten anbraten: Eine große Pfanne erhitzen. Etwa 30 g Butter hineingeben. Karotten hineinlegen und bei mittlerer bis hoher Hitze 5–7 Minuten anbraten. Sie dürfen richtig schöne gebräunte Stellen bekommen.
- Glasur: Jetzt dazu: 1 EL Honig, 1 TL Dijon-Senf, 2–3 EL Rinderfond oder Wasser, etwas Thymian, Salz und Pfeffer. Alles vermischen. Deckel drauf und etwa 5–8 Minuten schmoren lassen. Dann Deckel runter und die Flüssigkeit einkochen lassen. Die Karotten sollen am Ende weich, aber noch bissfest und richtig glänzend sein.
- Champignons: Champignons putzen und halbieren oder vierteln. Pfanne richtig heiß werden lassen. Etwas Olivenöl hineingeben. Champignons hinein und erst einmal in Ruhe braten lassen. Nicht sofort salzen! Wenn sie schön braun sind, 1 EL Butter, 1 kleine Knoblauchzehe, etwas Thymian, Salz und schwarzen Pfeffer dazugeben. Noch 1–2 Minuten braten. Dadurch bekommst du außen richtig schön gebräunte Champignons und keine wässrigen Pilze.
- Jetzt kommt der wichtigste Moment: Sauce: Wenn dein Rind butterweich ist, Fleisch vorsichtig herausnehmen und 10–15 Minuten ruhen lassen. Thymian, Rosmarin und Lorbeer aus der Sauce entfernen. Die Sauce durch ein Sieb gießen. Das Gemüse dabei richtig gut ausdrücken. Dann die Sauce zurück in den Bräter oder Topf geben. Jetzt auf dem Herd kräftig einkochen lassen, bis sie schön dunkel, intensiv und sämig ist. Zum Schluss 1–2 kleine Würfel kalte Butter einrühren. Das macht die Sauce glänzend und samtig. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und eventuell einem winzigen Schuss Dijon-Senf.
- Anrichten: Einen großen Klecks Garlic Mash auf den Teller geben, das Rind darauf oder daneben setzen, die dunkle Schmorsauce großzügig über das Fleisch und etwas über das Püree geben. Glasierte Karotten und gebratene Champignons daneben anrichten und zum Schluss etwas frischen Thymian darübergeben. Und bitte bei der Sauce nicht sparen. Das Püree soll sich richtig mit dieser dunklen Rindssauce vollsaugen.
Mein Tipp für einen gemütlichen Schmor-Sonntag
Plane dieses Gericht nicht für einen hektischen Tag. Mach dir einen guten Film oder eine Serie an, schenke dir ein Glas Wein ein und lass den Ofen die Arbeit machen. Gerade bei solchen Rezepten ist die Zeit kein Hindernis, sondern eigentlich der schönste Teil.
Manchmal ist langsam einfach besser.
Dieses Rezept gehört für mich zu den Gerichten, bei denen es gar nicht darum geht, möglichst schnell etwas auf den Tisch zu bekommen. Es geht um den ganzen Tag davor. Um den Duft aus dem Ofen, ein Glas Wein, einen guten Film und dieses schöne Gefühl, dass man es sich einfach gut gehen lässt.
Und irgendwann steht dann dieser Teller vor einem: butterzartes Rind, cremiges Garlic Mash und eine dunkle Sauce, die man am liebsten direkt mit dem Löffel essen würde. Genau so liebe ich Kochen.
Slow, cozy & made with love. ♡


